Website erstellen kostenlos – klingt gut, aber was steckt dahinter?
Ein Schreiner in Winterthur erzählte uns kürzlich, er habe an einem Sonntagabend in zwei Stunden eine Website zusammengeklickt. Kostenlos. Am Montagmorgen war er stolz – bis sein erster Kunde fragte, warum in der Kopfzeile Werbung für einen amerikanischen Softwareanbieter prangt. Und warum die Adresse „schreinerei-mueller.wixsite.com“ lautet statt einfach „schreinerei-mueller.ch“.
Wer heute eine Website erstellen kostenlos möchte, findet dutzende Anbieter. Wix, Jimdo, WordPress.com – alle versprechen den Einstieg ohne Kreditkarte. Doch was bedeutet „kostenlos“ wirklich, gerade für ein Schweizer KMU, das lokal gefunden werden will und Vertrauen aufbauen muss?
Die Antwort ist differenzierter, als die meisten Ratgeber glauben machen.
Was Gratis-Baukästen tatsächlich bieten
Anbieter wie Wix Free, Jimdo Play oder WordPress.com Free stellen Basisfunktionen bereit: ein paar Seitenvorlagen, einen Editor, etwas Speicherplatz. Das reicht, um eine einfache Visitenkarte ins Netz zu stellen. Allerdings gelten bei allen Gratis-Varianten drei Einschränkungen, die für KMU relevant sind:
- Subdomain statt eigene Adresse: Ihre Website heisst dann „firmenname.wixsite.com“ oder „firmenname.jimdofree.com“ – nicht „firmenname.ch“. Das wirkt unprofessionell und schwächt die Markenwahrnehmung.
- Werbung des Anbieters wird auf Ihrer Seite eingeblendet. Sie machen also kostenlos Werbung für jemand anderen – auf Ihrer eigenen Firmenseite.
- Eingeschränkte Funktionen: Kein eigenes Favicon, limitierter Speicher, kein E-Commerce, wenige Integrationen. Eigene Domain, Werbefreiheit und erweiterte Features erfordern einen kostenpflichtigen Plan.
(Quelle: Öffentliche Feature-Vergleiche auf wix.com, jimdo.com und wordpress.com, Stand 2025)
Für wen reicht eine Gratis-Website?
Ehrlich? Für sehr wenige geschäftliche Szenarien. Wer einen privaten Blog betreibt oder ein Hobby-Projekt online stellen will, kommt damit zurecht. Für ein KMU, das Kunden gewinnen, Vertrauen aufbauen und bei Google sichtbar sein möchte, wird es schnell eng.
Das eigentliche Problem: nicht die Kosten, sondern die versteckten Verluste
Was viele KMU unterschätzen: Eine kostenlose Website spart nicht wirklich Geld – sie verlagert die Kosten nur. Statt für Qualität zu bezahlen, bezahlen Sie mit etwas anderem: mit verlorenen Kunden, mit schlechteren Google-Rankings, mit einem unprofessionellen Eindruck.
Hier ein konkretes Beispiel. Nehmen wir an, ein Malergeschäft in Zürich erhält pro Monat 20 Website-Besucher weniger, weil die Gratis-Seite bei Google schlechter rankt. Wenn nur jeder zehnte Besucher eine Anfrage stellt und jeder fünfte Auftrag CHF 3’000 wert ist, bedeutet das einen Umsatzverlust von rund CHF 1’200 pro Monat. Wohlgemerkt: Dieser Verlust erscheint in keiner Rechnung.
Warum Google kostenlose Baukästen oft benachteiligt
Google hat 2021 die sogenannten Core Web Vitals als offiziellen Ranking-Faktor eingeführt. Dabei geht es um Ladegeschwindigkeit, visuelle Stabilität und Interaktivität. Kostenlose Baukästen laden laut verschiedenen Benchmark-Tests häufig langsamer als optimierte, selbst gehostete Lösungen (Quelle: Google Search Central).
Dazu kommt: Eine Subdomain ist aus SEO-Sicht nachteilig. Sie bauen Domain-Autorität für den Anbieter auf – nicht für Ihr eigenes Unternehmen. Jeder Backlink, den Sie erhalten, stärkt wixsite.com statt ihre-firma.ch.
Auch das SSL-Zertifikat (HTTPS), das Google als Ranking-Signal wertet, ist bei Gratis-Angeboten nicht immer vollständig auf Subdomains implementiert (Quelle: Google Security Blog). Falls Sie Ihre SEO-Sichtbarkeit prüfen möchten, bieten wir eine kostenlose SEO-Analyse an.
Website erstellen kostenlos vs. professionell: der ehrliche Vergleich
Stellen wir die beiden Wege nebeneinander – ohne Beschönigung auf beiden Seiten.
Kostenlose Website (Baukasten-Gratisversion)
- Keine Initialkosten, dafür Anbieterwerbung und Subdomain
- Eingeschränkte Gestaltungsfreiheit und SEO-Kontrolle
- Schnell aufgesetzt, aber schwer skalierbar
- Datenschutz-Konformität (Schweizer DSG / DSGVO) muss eigenständig sichergestellt werden – viele Gratis-Vorlagen setzen Tracking-Cookies ohne korrekte Einwilligung
Professionelle KMU-Website (Agentur oder erfahrener Freelancer)
- Investition typischerweise zwischen CHF 2’000 und CHF 15’000+ für 5–15 Seiten (Erfahrungswerte aus Schweizer Agenturofferten, keine exakte Statistik)
- Eigene .ch-Domain (ab ca. CHF 10–15/Jahr, Quelle: Infomaniak, Hostpoint)
- Volle Kontrolle über Design, SEO, Ladezeiten und Datenschutz
- Professionelles Web Hosting in der Schweiz mit Schweizer Serverstandort – relevant für Datenschutz und Ladezeiten
Die überraschende Erkenntnis: Viele KMU, die mit einer Gratis-Website starten, wechseln innerhalb von 12 Monaten auf eine bezahlte Lösung. Der Grund ist fast immer derselbe – die fehlende Professionalität kostet mehr Kunden, als die Website eingespart hat.
Was Schweizer KMU wirklich brauchen
Die Schweiz hat eine der höchsten Internetdurchdringungsraten Europas: 96 % der Bevölkerung ab 16 Jahren nutzen das Internet (Quelle: BFS, Omnibus IKT-Erhebung 2023). Gemäss BFS verfügten 2021 rund 80 % der Schweizer Unternehmen ab 10 Beschäftigten über eine eigene Website. Bei Mikrounternehmen mit weniger als 10 Mitarbeitenden liegt der Anteil deutlich tiefer – obwohl gerade diese Betriebe am meisten von lokaler Online-Sichtbarkeit profitieren würden.
Rund 99,7 % aller marktwirtschaftlichen Unternehmen in der Schweiz sind KMU (Quelle: BFS, STATENT). Das sind über 600’000 Betriebe. Für die meisten davon geht es nicht um eine digitale Spielerei, sondern um ein Werkzeug, das Kunden bringt.
Was ein solches Werkzeug mindestens braucht:
- Eine eigene Domain mit .ch-Endung – sie signalisiert Lokalität und Vertrauen
- Mobile Optimierung, die bei Google gut abschneidet (Core Web Vitals)
- Klare Kontaktmöglichkeiten: Telefonnummer, Adresse, Kontaktformular
- DSG-konforme Datenschutzlösung – seit September 2023 gelten in der Schweiz strengere Regeln
Der Mittelweg: günstig starten, professionell wachsen
Nicht jedes KMU braucht sofort eine Seite für CHF 10’000. Es gibt durchaus sinnvolle Zwischenlösungen. Ein WordPress-Setup mit einem guten Theme, eigenem Hosting und professioneller Grundkonfiguration lässt sich für deutlich weniger realisieren – vorausgesetzt, jemand mit Erfahrung richtet es ein.
Der entscheidende Unterschied: Auch bei einer günstigen Lösung sollte die technische Basis stimmen. Schnelle Ladezeiten, saubere URL-Strukturen, korrektes Schema-Markup – das sind Dinge, die eine Gratis-Vorlage schlicht nicht mitbringt.
Wenn Sie eine professionelle Website zu einem fairen Preis suchen, lohnt sich ein Gespräch mit einer erfahrenen Full Service Agentur in Zürich, die den gesamten Prozess von Design bis SEO abdeckt.
Datenschutz: ein Thema, das viele übersehen
Seit dem revidierten Schweizer Datenschutzgesetz (DSG), das im September 2023 in Kraft trat, gelten strengere Anforderungen an die Datenbearbeitung. Kostenlose Baukästen setzen oft Tracking-Tools und Cookies ein, deren Server in den USA stehen. Für Schweizer KMU kann das problematisch werden – insbesondere wenn kein korrekter Cookie-Banner implementiert ist oder die Datenschutzerklärung fehlt.
Bei einer professionell erstellten Website haben Sie die volle Kontrolle darüber, welche Tools eingesetzt werden und wo die Daten gespeichert sind.
Wann sich eine kostenlose Website doch lohnen kann
Fairerweise: Es gibt Situationen, in denen eine Gratis-Lösung vorübergehend Sinn ergibt. Wenn Sie ein neues Geschäftsmodell testen und noch keine Umsätze haben, kann eine Baukasten-Seite als Prototyp dienen. Auch für ein einmaliges Event oder eine temporäre Landingpage kann es ausreichen.
Aber – und das ist der Punkt – sobald Sie regelmässig Kunden über das Internet gewinnen möchten, wird die kostenlose Variante zum Bremsklotz. Nicht weil die Technik grundsätzlich schlecht wäre, sondern weil die Einschränkungen genau dort greifen, wo es zählt: bei Sichtbarkeit, Vertrauen und Konversion.
Website erstellen kostenlos – unsere Einschätzung für Schweizer KMU
Die Frage „Website erstellen kostenlos – lohnt sich das?“ lässt sich nicht pauschal beantworten. Aber für die grosse Mehrheit der Schweizer KMU lautet die ehrliche Antwort: nur kurzfristig und nur als Übergangslösung.
Eine professionelle Website ist keine Ausgabe. Sie ist eine Investition, die sich über Kundenanfragen, Vertrauen und Google-Sichtbarkeit refinanziert. Die Frage sollte daher nicht lauten, ob Sie sich eine professionelle Website leisten können – sondern ob Sie es sich leisten können, auf eine zu verzichten.
Falls Sie wissen möchten, was eine massgeschneiderte Website für Ihr Unternehmen kosten würde: Wir beraten Schweizer KMU seit Jahren dabei, online sichtbar zu werden – von der Strategie bis zur Umsetzung. Sie können sich direkt eine Website erstellen lassen, die zu Ihrem Budget und Ihren Zielen passt.
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Häufige Fragen (FAQ)
Was kostet eine professionelle Website für ein KMU in der Schweiz?
Kann ich mit einer Gratis-Website bei Google gut gefunden werden?
Ist eine Gratis-Website datenschutzkonform nach Schweizer DSG?
Welcher kostenlose Homepage-Baukasten eignet sich am ehesten für Schweizer KMU?
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